Hingucker Grünower Mühle

Mühle im Jahr 1919

Über viele Jahrzehnte hinweg war die Grünower Windmühle, neben dem Kirchturm, das prägendste Wahrzeichen Grünows. Schon vom weitem konnte man sie sehn. Die Mühle stand auf dem Müllerberg am Ortseingand von Grünow aus Bergfeld kommend.

Dem Goldenbaumer Müller (Kornmüller Isaak Hagemeister) wurde gestattet in Grünow eine Windmühle (auf eigene Kosten) zu erbauen. (Erbpachtvertrag vom 03. Mai 1728) Grundgeld waren 30 Gulden, Pachtgeld 3 Gulden, sie wurde mit den Goldenbaumer Wassermühlen unzertrennlich combiniert.
Für die Grünower Bauern war das eine erhebliche Erleichterung, waren sie doch durch Großherzöglichen Befehl als sogenannte Mahlgäste an die Goldenbaumer Mühle gebunden.

Die Mühle war eine Holländerwindmühle. „Der untere Teil dieser Mühlen ist meist gemauert oder aus Balken konstruiert, somit äußerst stabil und übt weniger Bodenpressung aus, weil sie keine Einzelfundamente hat. Der auf dem aus Holz oder Mauerwerk gefertigten „Turm“ aufliegende bewegliche Kopf (Kappe oder Haube) der Mühle mit den an der Flügelwelle angesetzten Flügeln ist über Rollen (früher aus Holz, später aus Stahl) und Krühring drehbar auf dem oberen Turmabschluss gelagert. Eine Schleifkappe kommt ohne Rollen aus und sitzt auf Schleifbohlen, die mit Schmierseife geschmiert werden.

So musste nur noch der obere Teil – die Kappe in den Wind gedreht werden Der untere, feststehende Teil konnte hingegen als eigentliche Arbeitsplattform (Mahlwerk, Sägewerk, Pumpwerk etc.), zur Lagerung und zum Verladen von Waren benutzt werden, des Weiteren als Wohnung und Verkaufsraum.“
Noch vor dem 2.Weltkrieg wurde die Mühle mit einem Dieselmotor umgerüstet.

Mühle vor 1937

1956 oder 1957 ist die Mühle durch Blitzschlag abgebrannt. Im Kultursaal in Grünow lief gerade ein Kinderfilm, als ein Blitzeinschlag zu hören war, der Strom ging aus und die Kinder liefen heraus und riefen gleich: „Die Mühle brennt, die Mühle brennt“. (3)
Das Wohnhaus und die Reste der Mühle übernimmt später der Neubauer Hochwald. Die Mühle wurde nicht weiter betrieben.
2007 wurden die Reste der Mühle abgerissen.

  • Mecklenburg-Strelitzer Staatskalender Stadtarchiv Neustrelitz
  • Wikipädia
  • Anne-Lore Nadolny damals 5 bzw. 6 Jahre alt