Hingucker Ollendorf

Ollendorf Panorama
Blick auf Ollendorf aus Richtung Grünow

Die Ersterwähnung des Dorfes fällt in das Jahr 1401.
Durch das Kloster Wanzka wurden Wardenburgische Güter erworben.

1490 ist das Dorf Oldendorpe im Besitz des Klosters Wanzka. Es ist davon auszugehen, dass eine Aussiedelung älterer Einwohner aus dem Klosterdorf Wanzka stattgefunden hat, daher der Name Oldendorpe (Dorf der Alten)

1492 erwarb das Kloster Wanzka neue Rechte an dem Ort von Hans Warburg aus Quadenschönfeld, in den folgenden Jahren wechselten die Besitzer, u.a. gehörte das Dorf den Kalandsherren aus Neubrandenburg (um 1500).

1568 wurden die 5 ½ Bauern und 1 Kossate, die dem Kloster gehört hatten, vom Herzog den Warburgen auf Quadenschönfeld verkauft, doch das Gericht samt Kirchlehen und Schulzenhof verblieb beim Herzog.
Im 30- jährigen Krieg teilte Ollendorf das Schicksal aller Dörfer in der Nachbarschaft und wurde fast vollständig zerstört. Zerstört wurde auch die Kirche, die nicht wieder aufgebaut wurde. [2]
Es wird vermutet, dass die Kirche gegenüber vom Kasernenteich gestanden hat.

1694 kommt dann ganz Ollendorf an den Lehnsherren von Hahn, gemeinsam mit Dolgen, Bergfeld und Cantnitz.

1694 werden noch einige Bauern genannt, 1704 werden nur noch der Bauer Johann Krüger, ein Handwerker Adam Wegner und einige wenige Bewohner als Steuerzahler genannt. Nach 1732 werden diese nicht mehr genannt. Die Höfe wurden wohl beim Übergang des Dorfes in herzöglichen Besitz gelegt, das heißt sie gingen in den Besitz des Herzogs über.

1735 ist Ollendorf an den Herzog Karl in Mirow verpachtet, der sich oft in Ollendorf aufgehalten haben soll, Von den Höfen sind nur noch einige alte Ställe vorhanden.

1753 wurde Bergfeld mit Ollendorf, Hoffelde, Dolgen, Cantnitz, Watzkendorf und Koldenhof Kammerbesitz gegen Übernahme der Schulden des Herzogs. Ollendorf ist jetzt Dominialpachtgut, das in der Folgezeit durch den Herzog an verschiedene sogenannte Gutsherren verpachtet wird. Das Gut Ollendorf war als Meierei für seine Milchviehzucht bekannt.

Am 01.04.1937 erfolgte die Eingliederung der Gemeinde Ollendorf (Domäne mit Landarbeiterwohnungen) und der Gemeinde Bergfeld in die Gemeinde Grünow.

Ab 1829 bis 1945 bleibt Ollendorf in der Verpachtung an die Familie Wendland. Der letzte Pächter, Peter Wendland, wird 1945 im Lager des NKDW Fünf Eichen in Neubrandenburg interniert und kehrt nicht mehr zurück.
Das Land der ehemaligen Domäne wird im Zuge der Bodenreform 1945 in Neubauerstellen eingeteilt. Den vielen Flüchtlingen und Umsiedlern soll die Selbstversorgung ermöglicht werden. (Einzelbauerwirtschaft)

Ab 01.08.1955 treten Ollendorfer Bauer in die LPG „Vorwärts“ Grünow ein.

Am 01.01.1958 trennen sich die Ollendorfer Bauern von Grünow und es wird eine eigene LPG „Sieg des Sozialismus“ Typ III gegründet.

Am 31.07.1975 erfolgt die Löschung der LPG Ollendorf im Genossenschaftsregister, die LPG Ollendorf und die LPG Carpin werden mit der LPG Grünow vereinigt.
In den fünfziger Jahren wurden insgesamt 14 Häuser in sogenannter Lehmbauweise an der Dorfstraße gebaut.

Nach der Wende wurde vor allem die Infrastruktur in Ollendorf verbessert. Die Landwege nach Bergfeld, Dolgen und Grünow wurden durch Asphaltstraßen ersetzt. Auch in Ollendorf selbst wurde 1999 /2000 eine neue Straße gebaut, die Hauptwege wurden durch  Pflasterstraßen ersetzt. 
Ollendorf ist auch heute landwirtschaftlich geprägt. Es gibt einen Schweinezuchtbetrieb und einen Pferdehof.
Von der ursprünglichen Gutsanlage sind nur noch wenige Gebäude erhalten. Viele Wirtschaftsgebäude wurden durch die LPG völlig marode hinterlassen und wurden bereits kurz nach der Wende abgerissen. Der freundliche Eindruck den das Dorf hinterlässt ist in erster Linie seinen Einwohner zu verdanken.

  • [1] Quelle :“Das Bistum Havelberg“, Gottfried Wentz, Walter de Gruyter & Co., Berlin/Leipzig 1933 (Urkunden Wanzka s. S. 297):“
  • [2] Quelle :“ RÜGER: KUNST- und GESCHICHTSDENKMÄLER MECKLENBURG-STRELITZ, 3 Vol. EA 1925-34[2]
  • [3] Quelle DA Feldberg, Mecklenburgisches Landeshautarchiv, Schwerin