Hingucker Dorfkirche zu Grünow

Die Kirche in Grünow ist ein Feldsteinquaderbau aus dem 14. Jahrhundert, in Saalform errichtet, mit gleichbreiter westlicher Vorhalle. Die Mauerstärke beträgt 120 cm. 1863 erfolgten umfangreiche Erneuerungsarbeiten. Das Westportal wurde verengt und erhöht. Die Fenster bekamen ihr jetziges Aussehen. Reste der alten Fenster sind von außen noch erkennbar. An der Ostseite wurde der Altarraum in Form eines halben Achtecks angebaut. Über diesem Chorpolygon erhebt sich ein Giebeldreieck, das durch ein ornamental ausgemauertes Fachwerk geprägt wird.
Die Fachen sind mit verschiedenen Ziegelmustern ausgemauert, die für Mecklenburg einzigartig sind. Diese Arbeiten wurden unter Anleitung und nach Plänen des Architekten Friedrich Wilhelm Buttel (*1796 † 1869) ausgeführt. Der Berliner Architekt Karl Friedrich Schinkel (*1781 † 1841)war ein Lehrer Freund und Förderer Buttels.

Bis 1964 verfügte die Kirche über einen schiefergedeckten hölzernen Glockenturm. Das Feldsteinuntergeschoss ist noch erhalten. Es schließt mit dem Walm des Kirchendaches ab und ist mit einer Gaupe für die Schallluken der Glocken versehen. Die Gaupe auf der Südseite hat ebenfalls die Funktion als Schallluke. Im Inneren ist die westliche Vorhalle durch eine schon mittelalterliche Unterstützungsquerwand für den Turm vom Kirchenschiff abgeteilt. Die schlichte Innenausstattung aus Kanzel, Altar und Empore erhielt die Kirche ebenfalls während der Umgestaltung durch F. w. Buttel. Die Besonderheit des Altarraumes besteht darin, dass in ihm ein wunderschöner Taufengel schwebt, in dessen Hand sich eine Taufschale befindet. Das Innere der Kirche beeindruckt durch die gestalterische Schlichtheit, Helligkeit und Offenheit des Raumes.

1993 wurde die Kirche renoviert.

Die Grünower Kirche ist die größte Kirche der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Grünow-Triepkendorf.

Die Kirche kann besichtigt werden, der Schlüssel ist im Pfarramt. Das Pfarramt befindet sich schräg gegenüber der Kirche auf der anderen Straßenseite in Richtung Bergfeld.

Quelle:
Ortschronik Grünow